Die Bankbetriebslehre beschäftigt sich mit den Sparten des klassischen Bankgeschäfts („Commercial Banking“: Kreditgeschäft, Einlagengeschäft) sowie des Kapitalmarkts („Investment Banking“: Wertpapiergeschäft, Börse, Vermögensverwaltung). Dazu treten weitere Dienstleistungen („Transaction Banking“: Zahlungsverkehr), das Auslandsgeschäft und moderne Medien („Online Banking“). Spezifisch für den Bankbereich sind ferner die besondere Rechnungslegung und die Prüfung („Revision“). Die Studierenden werden in sechs Semestern zielgenau mit diesen besonderen Kenntnissen, Methoden und dem Verständnis der Bankbetriebslehre zwecks selbständiger Problemlösung vertraut gemacht.
Einsatzgebiete und Berufsaussichten der AbsolventInnen
Der Abschluss in der Studienrichtung Bank ermöglicht den Einsatz in allen Tätigkeitsfeldern des Bankgeschäfts, einschließlich Auslandseinsatz. Leitungsfunktionen (Filialleitung) können schon früh erreicht werden. Die Besetzung von Vorstandspositionen ist in einigen Fällen bereits erfolgt. Der Bedarf an hochqualifizierten Kräften, derzeit insbesondere in den Bereichen Kundenberatung, Analyse und Controlling, ist hoch und wächst absehbar weiter.
Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium
Die Studienrichtung Bank ist geprägt von mathematischen Anwendungen und rechtlichen Regelungen. Die Studierenden sollten daher Interesse für formale, mathematisch-statistische Lösungswege sowie für juristische Fragestellungen mitbringen. Insofern sind Stärken in den Fächern Mathematik, Englisch, Deutsch sowie eher in Naturwissenschaften wünschenswert. Der Besuch eines Wirtschaftsgymnasiums kann einen Startvorteil darstellen.
Praxisphasen im Ausbildungsunternehmen
In den Praxisphasen der ersten vier Semester werden alle Sparten des Bankgeschäfts vermittelt. Danach findet eine Schwerpunktsetzung im Hinblick auf die spätere Verwendung statt. Die Studierenden werden schon in den ersten vier Semestern in Projekte eingebunden, von denen zwei als Projektarbeiten im Rahmen von Seminaren der Dualen Hochschule zu präsentieren sind. In der Praxisphase des vierten oder fünften Semesters findet vielfach ein etwa dreimonatiger Auslandsaufenthalt statt, zumeist in Kanada, den USA oder Ostasien.
Theoriephasen an der Dualen Hochschule
In den Veranstaltungen der Dualen Hochschule werden neben den klassischen BWL-Studieninhalten (Allgemeine Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Recht und einige Propädeutika) die Grundkenntnisse aus allen Sparten des Bankgeschäfts systematisch und mit der notwendigen Theorie unterlegt vermittelt. Für die Kernbereiche (Kreditgeschäft, Wertpapiergeschäft, Rechnungslegung) finden Vertiefungen in der angewandten Theorie statt. Am Standort Karlsruhe besitzt der Studiengang Bank infolge Flexibilisierung und Profilfachbildung drei Schwerpunkte: Wirtschaftsfremdsprachen, Kapitalmarkt / Quantitative Methoden und Rechnungslegung / Kredit.
Obligatorisch ist in allen sechs Semestern das Fach Wirtschafts-Englisch. Mit Erreichen des Bachelors sollte Englisch verhandlungssicher beherrscht werden. Flankierend ist der Auslandsaufenthalt zu sehen.
Der zweite Schwerpunkt liegt auf dem Kapitalmarkt als Geschäftsfeld der Banken. Vertiefungen betreffen insbesondere das Investment Banking, die Anlageberatung und die Vermögensverwaltung. Entsprechend stehen die moderne Kapitalmarkttheorie und Derivate im Fokus. Die notwendigen mathematisch-statistischen Kenntnisse werden im Profilfach Quantitative Methoden erworben. Ergänzend folgt die Vertiefung Privatkundengeschäft.
Als dritter Schwerpunkt wird das derzeit aktuellste Problemfeld im Kreditwesen behandelt: Die neugeregelte Eigenkapitalunterlegung und damit die differenzierte Behandlung von Kreditvergaben (Rating). Verbunden ist die Thematik auch mit der internationalen Rechnungslegung. Dieser Themenkreis einschließlich Bilanzierung, Prüfung und Besteuerung wird umfassend und auf neuestem Stand behandelt. Dazu gehört das Profilfach Vertiefung Steuerrecht sowie die Vertiefung Firmenkundengeschäft.