Die Studienrichtung Industrie ist mit rd. 400 Studierenden und über 150 zugelassenen Ausbildungsunternehmen die größte Studienrichtung der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe.
Die betriebswirtschaftlichen Studieninhalte orientieren sich schwerpunktmäßig an den Anforderungen produzierender Unternehmen. Daneben fließen jedoch auch dienstleistungsorientierte Themen in das Studienangebot mit ein.
Der zunehmenden Internationalisierung der deutschen Wirtschaft wird durch ein wirtschaftsorientiertes Fremdsprachenangebot und der Förderung von Auslandsaufenthalten in den Theorie- und Praxisphasen Rechnung getragen. Das Studienangebot kann auch Lehrveranstaltungen in Englisch umfassen - Prüfungsleistungen können dann auch in der entsprechenden Fremdsprache verlangt werden.
Mit der Umstellung des Diplom- auf das Bachelorstudium seit dem Studienjahrgang 2006 sind die Dualen Hochschulen in Baden-Württemberg integraler Bestandteil des Europäischen Hochschulraums. Der modulare Aufbau, das Leistungspunktesystem (ECTS) und die erfolgreiche Akkreditierung durch die Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover (ZEvA) unterstreichen die Zukunftsfähigkeit des Dualen Hochschulstudiums.
Einsatzgebiete und Berufsaussichten der Absolventen
Da die Qualifikation der Studierenden nicht nur durch deren fachlichen Fähigkeiten, sondern in hohem Maße auch durch deren im Studienablauf erworbenen Sozial- und Methodenkompetenz bestimmt wird, sind die Studierenden in herausragender Weise auf die Herausforderungen als qualifizierte Mitarbeiter mittelständischer oder auch international agierender Großunternehmen vorbereitet. Damit ist die Basis für eine mittelfristige Entwicklung zu erfolgreichen Führungskräften geschaffen. Die Einsatzgebiete der Absolventen umfassen sämtliche kaufmännischen Funktionsbereiche (wie beispielsweise Einkauf, Logistik, Finanz- und Rechnungswesen, Personalwesen oder Marketing/Vertrieb).
Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium
Studienbewerber sollten sich neben dem grundsätzlichen Interesse an wirtschaftlichen Fragestellungen und der praktischen Umsetzung theoretischer Konzepte vor allem auch durch ein hohes Maß an Sozialkompetenz (wie Teamfähigkeit und Kundenorientierung) auszeichnen.
Die praktische Umsetzung theoretischer Konzepte setzt ein hohes Maß an analytischem Denken und der Fähigkeit zur Abstraktion komplexer Sachverhalte voraus. Besondere ökonomische Vorkenntnisse sind jedoch nicht Voraussetzung für ein erfolgreiches Studium.
Praxisphasen im Ausbildungsunternehmen
Während der Praxisphasen erwerben die Studierenden in zunehmend eigenverantwortlicher Weise betriebliche Fachkenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen. Die zielgerichtete Umsetzung theoretischer Erkenntnisse in Problemstellungen der Praxis steht dabei im Mittelpunkt. Die Möglichkeit, mindestens eine Praxisphase im Ausland abzuleisten, wird derzeit von nahezu einem Drittel aller Studierenden wahrgenommen.
Theoriephasen an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg
Vom 1. Semester an werden neben den klassischen Fächern eines BWL-Studiums auch die besonderen betriebswirtschaftlichen Themen der Industriebetriebe behandelt. Rechtswissenschaftliche und volkswirtschaftliche Lehrveranstaltungen sind zudem obligatorische Bestandteile des Studienangebots. Vervollständigt werden diese Pflichtveranstaltungen durch Lehrveranstaltungen in Mathematik und Statistik, Technik des betrieblichen Rechnungswesens und der Informationstechnologie. Wirtschaftsenglisch ist ebenfalls Bestandteil des Curriculums. Einzelheiten können dem Studien- und Ausbildungsplan entnommen werden.
Außerdem werden fachübergreifende Qualifikationen wie Sozial- und Methodenkompetenz mit speziellen Lehrveranstaltungen (Rhetorik, Moderation, Präsentation) in besonderem Maße gefördert.
Im 5./6. Semester eröffnet die Studienrichtung Industrie seinen Studierenden die Option, aus folgenden fünf Fächern zwei Studienschwerpunkte nach deren persönlichen Interessen und/oder den Bedürfnissen der Ausbildungsbetriebe auszuwählen:
1. Finanz- und Rechnungswesen / Controlling
2. Marketing
3. Dienstleistungsmanagement
4. Personalmanagement
5. Material- und Fertigungswirtschaft.
Mit der im 5. Semester anzufertigenden Abschlussarbeit wird den Studierenden die Umsetzung theoretisch erlernten Wissens in praktische Problemlösungen abverlangt. Gegenstand dieser wissenschaftlichen Arbeit ist dabei grundsätzlich die selbständige Bearbeitung und Lösung einer aktuellen Fragestellung des Ausbildungsunternehmens.