Veranstaltungen 2017

26. April 2017 (Mittwoch)
Mo Di Mi Do Fr Sa So
13
27
29
30
31
1
2
14
3
4
5
6
7
8
9
15
10
11
12
13
14
15
16
16
17
18
19
20
21
22
23
17
24
25
30
Nächster Termin: 26. April 2017International Day » Weitere Veranstaltungen »

Akademietag 2017

Dienstjüngste Professorinnen und Professoren präsentieren ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte

In guter Tradition präsentierten am Akademietag der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe die dienstjüngsten Professorinnen und Professoren ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte. In diesem Jahr haben mit Prof. Dr. Silke Lennerts, Prof. Dr. Oliver Bender und Prof. Dr. Martin Weinmann drei Professorinnen und Professoren der Fakultät Wirtschaft ihre Antrittsvorlesungen gehalten. 

Prof. Dr. Oliver Bender, seit Oktober 2016 Studiengangsleiter im Studiengang BWL-Versicherung,  referierte in seinem Vortrag „Die Macht der Sterne – wie andere Konsumenten unsere Versicherungswahl beeinflussen“ über aktuelle Herausforderungen, denen die Versicherungsbranche gegenüber steht. Das Internet hat einen gravierenden Wandel herbeigeführt. Angesichts dieser Entwicklungen stelle sich die Frage, welchen Einfluss Kundenbewertungen im Internet auf die Abschlusswahrscheinlichkeit von Versicherungsprodukten haben. Laut aktuellen Studien werden Internet-Vergleichsportale von einer wachsenden Zahl von potentiellen Käufern als Informationsquellen herangezogen. Die Kundenbewertungen werden demzufolge von ¾ aller Online-Käufer gelesen und als bedeutsam für die eigene Online-Kaufentscheidung beurteilt. Angesichts dieser Entwicklungen schlussfolgert Prof. Dr. Bender, dass die Bedeutung von Online-Empfehlungen sowie die Informationsbeschaffung im Internet auch in Zukunft weiter zunehmen werden und demzufolge weiter analysiert werden muss. Trotz alledem zeigt sich aber auch, dass gut ausgebildete Vermittler weiterhin wichtig bleiben und dadurch der persönliche Kontakt aufgewertet wird. Dies gelte insbesondere für komplexe Versicherungsprodukte, so Prof. Dr. Oliver Bender.


Prof. Dr. Silke Lennerts, seit Oktober 2016 Professorin für BWL im Studiengang Handel, forscht insbesondere in den Bereichen Marketing und Innovation. In ihrem Vortrag „Die Macht von Innovativität in Hersteller-Händler-Beziehungen“ präsentierte sie ihre aktuellen Forschungsergebnisse zum Thema Innovativität. Hierbei stellte Prof. Dr. Lennerts zunächst das von ihr initiierte Ranking „Die innovativsten Schweizer Unternehmen“ vor. Im Anschluss daran zeigte sie die Ergebnisse einer Studie zur Macht von Innovativität in Hersteller-Händler-Beziehungen. Die Studie führte sie in Kooperation mit Kollegen aus Deutschland, der Schweiz und England durch. Sie wurde im renommierten Journal of Business-to-Business Marketing veröffentlicht. In der Studie konnte Prof. Dr. Lennerts mit ihren Forschungskollegen nachweisen, dass Markenhersteller im Konsumgüterbereich durch Produktinnovationen die Abhängigkeit des Handels erhöhen können. Aufgrund einer solchen höheren Abhängigkeit zeigt der Handel weniger Neigung, eigene Handelsmarken einzuführen oder Regalplatz-Beschränkungen zum Nachteil des Herstellers zu erlassen. Letztlich führt eine höhere Innovativität von Markenherstellern zu einem besseren Unternehmenserfolg dieser Hersteller.

Prof. Dr. Martin Weinmann, seit Dezember 2015 Studiengangsleiter im Studiengang BWL-Industrie (Industrial Management),  befasste sich in seinem Vortrag „Implikationen der Principal-Agent-Theorie für die Materialwirtschaft“ mit dem Spannungsverhältnis zwischen Lieferanten (Agent) und Abnehmern (Principal). Nach Ansicht von Prof. Dr. Weinmann kann der Principal-Agent-Ansatz zur frühzeitigen Identifikation und Abschwächung von Konfliktpotenzialen zwischen Principal und Agent beitragen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungstendenzen in der Materialwirtschaft kommt der Vermeidung von derartigen Agency-Konflikten eine erfolgskritische Rolle zu. Konflikte zwischen Abnehmern und Lieferanten können zu wochenlangen Produktionsausfällen führen, welche wirtschaftliche Schäden in Millionenhöhe aber auch nichtquantifizierbare Imageschäden zur Folge haben können. In der Materialwirtschaft gibt es einen zunehmenden Trend zur Fremdvergabe (Outsourcing). Um die sich daraus ergebende Komplexität zu reduzieren, fokussieren sich in der Automobilwirtschaft die sechs großen deutschen Hersteller auf sogenannte Systemlieferanten, wie beispielsweise Bosch, Mahle oder auch ZF. Insofern gewinnt die langfristige Partnerschaft zwischen Principal und Agent zunehmend an Bedeutung. Dabei befinden sich die Hersteller im Dilemma zwischen Vertrauen und Kontrolle, welches durch die Anwendung des kategorischen Imperativs  als Handlungsmaxime ansatzweise aufgelöst werden kann so Prof. Dr. Martin Weinmann.

Prof. Dr. Holger Becker, Prorektor und Dekan der Fakultät Wirtschaft, lobte den Akademietag als gute Gelegenheit, um angesichts des großen Zuwachses der DHBW Karlsruhe die neuen Kolleginnen und Kollegen und insbesondere deren Arbeitsschwerpunkte kennenzulernen. Die Vorträge ermöglichen einen Blick über den Tellerrand der Studiengänge und Fakultäten hinaus und sollen zur Diskussion anregen. Zugleich kündigte Prof. Dr. Becker an, dass der Akademietag in Zukunft weiter aufgewertet werden soll. So werde derzeit darüber nachgedacht, analog zur Antrittsvorlesung eine Abschiedsvorlesung zu etablieren. Professorinnen und Professoren, die in den Ruhestand gehen, solle so die Möglichkeit gegeben werden, eine freiwillige Abschiedsvorlesung zu halten. Auf diese Weise könne eine Verabschiedung von Ehemaligen in einem offiziellen Rahmen erfolgen.

TRA