Veranstaltungen 2017

24. März 2017 (Freitag)
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Vortragsreihe: „Mathe und Macht. Neue weibliche Rollenmodelle in einem modernen Islam“

„Weibliche Rollenmodelle in der Geschichte des Islam“

Simone Trägner-Uygun (M.A.), Eberhard Karls Universität Tübingen (Foto: DHBW KA//DI)

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Mathe und Macht. Neue weibliche Rollenmodelle in einem modernen Islam“ der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe gab Simone Trägner-Uygun (M.A.) von der Eberhard Karls Universität Tübingen Mitte Januar zunächst einen geschichtlichen Überblick über die Entwicklung der Frauenrolle über die Jahrhunderte im Islam. In den ersten Jahrhunderten nach der Offenbarung Mohammeds in der Zeit von 700 – 1000 n.Chr. waren Frauen in allen Wissenschaften vertreten, sie waren sehr aktiv als Stifterinnen z.b. von Universitäten und anderen öffentlichen Einrichtungen. Im persischen, asiatischen, mongolischen und afrikanischen Raum gab es sogar Sultaninnen z.B. die Königin von Saba. Das Zurückdrängen der muslimischen Frauen in den häuslichen Bereich erfolgte erst in den letzten zwei Jahrhunderten – ausgelöst durch den Kolonialismus, der die Sicht der bürgerlichen Familie mit dem Mann als Oberhaupt, der in die Welt hinaus geht und für den Unterhalt sorgt, sowie der Frau, die sich um den Haushalt und die Kinder kümmert, mitbrachte. Mit der islamischen Revolution Ende der 70ger Jahre in Persien – heute Iran -  durch Ajatollah Chomeini, und der aufkommenden sogenannten „Schleierliteratur“ z.B. „Nicht ohne meine Tochter“ von Betty Mamoody wurden Muslima mehr und mehr als unterdrückt und rechtlos wahrgenommen. Auch heute wird oft zwischen den westlich geprägten emanzipierten Frauen und den unfreien islamischen Frauen gesprochen. Diese Einstellung wird zusätzlich durch die „Kopftuchdebatte“ verstärkt. … plädiert dafür Muslima, die ein Kopftuch tragen, zunächst nicht nur unter dem Aspekt der Religion zu betrachten, sondern sie erst einmal als Frau als Individuum wahrzunehmen.

 

In der nachfolgenden Diskussionsrunde ging es dann um Themen wie erfolgreiche in der Öffentlichkeit stehende Muslima, wie z.B. die Friedensnobelpreisträgerin Tawakkol Karman oder Asmaa Mahfouz, die 2011 für ihr mutiges Auftreten gegen das Mubarak-Regime als Bloggerin und Filmerin den Sacharow-Preis erhielt und das Phänomen der Neomuslima, sowie der Versuch eine Antwort auf die Frage: Warum in muslimischen Ländern so viele Frauen naturwissenschaftliche Fächer studieren.

Und damit schloss sich der Kreis. Denn, Hintergrund der Vortragsreihe ist die Tatsache, dass sich in Ländern mit einer Bevölkerung, die überwiegend einer islamischen Religionsgemeinschaft angehört, wie beispielsweise Marokko, sich deutlich mehr junge Frauen für ein technisches Studium entscheiden als in Deutschland. Im Iran sind die weiblichen Studierenden in technischen Studiengängen sogar insgesamt in der Überzahl. In Deutschland entscheidet sich hingegen nur jede dritte Frau für ein naturwissenschaftliches Fach. Mit den Vorträgen an der DHBW Karlsruhe sollen Diskussionen über Feminismus, Gleichberechtigung und Frauenrollen im Islam angestoßen werden.

Der Gleichstellungsbeauftragten der DHBW Karlsruhe Prof. Dr. Angela Diehl-Becker ist es gelungen, dazu namhafte Referentinnen aus Politik und Wissenschaft (1. Zyklus) und Wirtschaft (2. Zyklus 2017) zu gewinnen. 

Ab April werden Powerfrauen aus der Wirtschaft, wie z.B. Aya Jaff eine hochgehandelte und dekorierte junge Informatikerin, die neben dem Studium ein eigenes Unternehmen im Silicon Valley führt und die SPD-Politikerin, Publizistin und Psychotherapeutin Lale Akgün, sowie Mathematikerinnen, Ingenieurinnen über „Mathe und Macht - Neue weibliche Rollenmodelle in einem modernen Islam“ an der DHBW Karlsruhe sprechen.

Text/Fotos: DI